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Classroom-Management beginnt schon vor dem ersten Schultag

Optimale Rahmenbedingungen schaffen
Von: Christoph Eichhorn
Classroom-Management umfasst alle Aktivitäten der Lehrperson, mit denen sie die Rahmenbedingungen des Unterrichts optimiert und Störungen erst gar nicht aufkommen lässt. Bereits bevor die erste Unterrichtsstunde beginnt, müssen Sie eine ganze Reihe wichtiger Entscheidungen treffen. Wie gestalten Sie Ihr Klassenzimmer? Mit welchen Schülern haben Sie zu tun?

Gestaltung des Klassenzimmers

Ordnen Sie die Tische in Gruppen oder Reihen an? Bei jungen Schülern und unruhigen Klassen empfiehlt es sich beispielsweise, die Tische in Reihenform zu stellen. So vermeiden Sie Unruhe am besten. Tische in Gruppenform fördern hingegen Unruhe und sind nur für Klassen geeignet, die bereits gute Formen der Zusammenarbeit beherrschen und in denen die Schüler über relativ hohe Kompetenzen in Selbstkontrolle verfügen.

Wichtig: Hindernisse vermeiden
Die Gänge zwischen den Tischen müssen frei sein. Sie begrenzen sonst Ihren eigenen Bewegungsspielraum! Beachten Sie auch die Position des Lehrerpults. Es darf kein Hindernis zwischen Ihnen und den Schülern darstellen.

Sitzordnung

Wer sitzt wo? Überlassen Sie die Sitzordnung lieber nicht dem Zufall! Warum? Weil sich dann beispielsweise unruhige und eher schwierige Schüler nach ganz hinten verdrücken. Das ist ungünstig, weil Sie sie dann leicht aus den Augen verlieren. Die Schüler fühlen sich nicht angesprochen und stören. Platzieren Sie diese Schüler dort, wo Sie sie gut im Blick haben und schnell erreichen.

Klassenregeln

Befestigen Sie die Klassenregeln an einem für alle gut einsehbaren Platz. Grafisch sollten sie so gestaltet sein, dass sie im Klassenzimmer herausstechen. Oft hängen sie allerdings im Rücken der Schüler. Dies suggeriert implizit, sie seien nicht wirklich wichtig.

Material

Bewahren Sie Material an einem gut erreichbaren Ort im Klassenzimmer auf, der jedem Schüler bekannt ist.

PC-Arbeitsplätze

Richten Sie PC-Arbeitsplätze am besten so ein, dass Sie mit einem Blick überprüfen können, woran die Schüler arbeiten. Natürlich braucht es für die Arbeit am PC spezielle Regeln, die Sie mit der Klasse besprechen müssen.

Kriterien eines gut eingerichteten Klassenzimmers

  • Sie haben alle Schüler problemlos im Blick.
  • Sie erreichen jeden wichtigen Ort im Klassenzimmer schnell und ungehindert.
  • Die Materialien sind so angeordnet, dass sie die Schüler leicht erreichen.
  • Vor den Materialstellen gibt es keine Staus.

Holen Sie Vorabinformationen über Schüler ein

Sie können Ihren Unterricht am besten auf die Bedürfnisse Ihrer Schüler zuschneiden, wenn Sie wissen, wo diese fachlich stehen. Dazu gehört, dass Sie über die Deutschkenntnisse Ihrer Migrantenschüler orientiert sind, wissen, ob ein Schüler von ADHS betroffen, ob er Legastheniker ist oder auditive Erfassungsprobleme hat. Folgende Informationen sind für Sie von Bedeutung:

Meine Klasse – Vorabinformation

  • Gibt es besonders schwierig zu führende Schüler, wie z. B. ADHS-Schüler mit oppositionell-aggressivem Verhalten?
  • Welchen Schülern fällt es besonders schwer, fremdgestellten Anforderungen nachzukommen?
  • Welche Schüler haben eine gute soziale Ader?
  • Gibt es Außenseiter?
  • Gibt es Schüler, die häufig versuchen, den Unterricht zu stören?
  • Gibt es Spannungen zwischen rivalisierenden Gruppen?
  • Gibt es Migrantenkinder? Wie sind sie in der Klasse integriert?
  • Wie ist das Klima in der Klasse?
  • Ist die Klasse schwierig zu führen?

Diese Vorabinformationen können Sie bei der Gestaltung Ihres Klassenzimmers nutzen, indem Sie zum Beispiel einen Gruppentisch für die schwachen Schüler oder solche mit schwachen Deutschkenntnissen einrichten. Dort können Sie dann mit einer Gruppe dieser Schüler speziell arbeiten. Oder falls Sie Schüler zur Gruppenarbeit einteilen, kombinieren Sie die Gruppen so, dass kompetente und schwache Schüler gemeinsam in einer Gruppe sind. Die starken Schüler können dann die schwächeren unterstützen. Sozial isolierte Schüler teilen Sie mit sozial kompetenten in einer Gruppe ein.